Ganz neues Weihnachtsgefühl

Die Chorgemeinschaft Cäcilia Zündorf sang in der Philharmonie
von MATTHIAS CORVIN
Es gibt zwei Gruppen von Weihnachtskonzerten: die mit den allbekannten Klassikern und neue Konzepte, die auch Raritäten einbeziehen. Zur letzteren Gruppe gehörte das Konzert der Chorgemeinschaft Cacilia Zündorf in der ausverkauften Philharmonie. Es wurde nicht nur ungewöhnlich mit Vivaldis ,,Gloria" eröffnet, sondern brachte in der zweiten Hälfte seltene Weihnachtsmelodien zu Gehör. Dazu gehörte der Choral ,,Es istein Ros" entsprungen" in der Version von Melchior Vulpius ebenso wie die hierzulande kaum gesungenen italienischen Lieder »Vamos cantando" und ,,Dormi, dormi, bel bambin". Letztere eröffneten ein ganz anderes, tänzerisch beschwingtes Weihnachtsgefühl.
Zu den bekannten Stücken zählten hingegen Auszüge aus Händels ,,Messias" und abschließend ,,Menschen, die ihr wart verloren" und ,,Oh du fröhliche" - zum Mitsingen für den gesamten Konzertsaal. Die Chorgemeinschaft zeigte sich unter Leitung von Christian Letschert-Larsson gut vorbereitet und sangesfreudig. Sie absolvierte Vivaldis ,,Gloria" und auch die anspruchsvollen Chorsätze aus dem ,,Messias" mit geballter Stimmkraft, mitunter nur etwas unscharf in der Höhe.
Von den Solisten überzeugte besonderes die Koreanerin Muynghee Hyun mit ihrem glockenhellen und sauber geführten Sopran. Schöne Akzente setzten jedoch auch Claudia Darius (Alt) und Franz Gehrisen (Bass). Die Kammer-Philharmonie Rhein-Erft spielte zuverlässig. Kurze Erheiterung erzeugte der Abbruch des Oboensolos in Vivaldi »Domine Deus''-Arie, die erst nach gründlicher ,,Entwässerung" des Instruments fortgesetzt wurde. Wie aus einer anderen Welt erklang Massenets ,,Meditation" aus der Oper ,,Thais" mit der zehnjährigen Judith Stapf, Preisträgerin bei »Jugend musiziert". Sie spielte ihren Part so engelsgleich und präzise, als stünde das Christkind persönlich auf der Bühne. Großer Applaus.

Kölnische Rundschau 28.12.07
30.12.2007
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